Zirkuläre Transformation von Produkten und Geschäftsmodellen am Beispiel von Brose - 13.11.2025
Zielsetzung
Ziel der Veranstaltung war es, am Beispiel eines Produkts von Brose zu demonstrieren, wie sich mithilfe eines Circularity Assessments die Kreislauffähigkeit von Produkten analysieren und bewerten lässt. Anschließend sollten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke erhalten, wie ein Geschäftsmodell gezielt angepasst werden kann, um ausgewählte Strategien der Kreislaufwirtschaft zu integrieren („Circular Business Model“). Hierzu wurden fachliche Impulse mit interaktiven Workshop-Elementen sowie spannenden Praxis-Einblicken im Rahmen einer ergänzenden Werksführung miteinander kombiniert.
Impulsvortrag | Circularity Assessment
Nach einer kurzen Vorstellung des Gastgebers Brose sowie des Kooperationspartners Transform EMN folgte eine inhaltliche Einführung in das Thema der Kreislaufwirtschaft. Den Teilnehmenden wurde erklärt, warum Kreislaufwirtschaft nicht nur nachhaltig ist, sondern auch die Potentiale Wirtschaftlichkeit und Resilienz erschließen kann. Schrittweise wurde anschließend der Ansatz des Circularity Assessments hergeleitet. Dies beinhaltete eine Erläuterung des Nutzens, der Kriterienauswahl sowie der Anwendung und Interpretation.
Workshop | Circularity Assessment
Im darauffolgenden Workshop wurde die Methodik dann am Beispiel des Fahrzeugsitzes von Brose interaktiv erprobt. Aus dem Ergebnis ließen sich konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln, die das betrachtete Produkt in seiner Eignung für die Kreislaufwirtschaft verbessern. Die Ergebnisse flossen zudem in die Geschäftsmodellbetrachtung am Nachmittag ein.
Impulsvortrag | Circular Business Models
Der nächste Impulsvortrag diente dazu, ein gemeinsames Verständnis für zirkuläre Geschäftsmodelle zu schaffen. Es wurden zentrale Strategien der Kreislaufwirtschaft vorgestellt, darunter das Schließen, Verlangsamen, Verengen, Entmaterialisieren und Intensivieren von Kreisläufen, die durch Beispiele aus der Automobilindustrie veranschaulicht wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der systematischen Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle anhand eines fünfstufigen Prozesses. Dieser umfasste die Unternehmens- und Umfeldanalyse, die Identifikation von Potenzialen, die Ideengenerierung, die Konzeptentwicklung sowie die anschließende Implementierung und Beobachtung des Wertschöpfungsnetzwerks. Dabei wurden etablierte Tools wie das Business Model Canvas, der Circular Loop Designer sowie das Partner Canvas vorgestellt.
In einem weiteren Vortrag wurden neben verschiedenen Geschäftsmodellmustern aus unterschiedlichen Branchen zwei Best-Practice-Beispiele aus der Automobilindustrie präsentiert: Bosch mit dem Konzept „Bosch eXchange“ und Renault mit der Neugründung „The Future is Neutral“. Diese zeigten auf, wie Unternehmen zirkuläre Prinzipien bereits erfolgreich umsetzen. Typische Beispiele für solche Prinzipien sind Rücknahmesysteme und der Aufbau von Partnerschaften für entsprechende Systeme, die Verlängerung der Produktlebensdauer sowie die Etablierung von Produkt-Service-Modellen.
Workshop | Circular Business Models
Im begleitenden Workshop-Teil wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen aufgeteilt, um für das Unternehmen Brose konkrete Ideen für ein zirkuläres Geschäftsmodell zu erarbeiten. Zu Beginn wurde die lineare Wertschöpfungskette von Brose vorgestellt. Anschließend dienten folgende Leitfragen als Orientierung für die Gruppenarbeit:
- Wo befindet sich das Produkt am Ende seines Lebenszyklus und wer hat Zugriff darauf?
- Welche Anreize fördern die Rückführung von Altteilen und welche Akteure sind dabei beteiligt?
- In welchem Zustand kehren Produkte zurück und welche Prozesse müssen geschaffen werden?
Darauf aufbauend erarbeiteten die Teilnehmenden das zentrale Wertversprechen sowie konkrete Handlungsschritte, die für die Entwicklung eines zirkulären Geschäftsmodells erforderlich sind.
Ergebnisse und Ausblick
Mithilfe des Circularity Assessments in Verbindung mit der Ausarbeitung einer Geschäftsmodellidee konnte Brose das Potenzial seiner Produkte im Kontext der Kreislaufwirtschaft fundiert einschätzen. Durch die offene Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmenden während der Workshops können diese das Vorgehen mit geringem Aufwand auf ihre eigenen Anwendungsfälle übertragen. Die Veranstaltung ebnet den Teilnehmenden perspektivisch den Weg zu ersten Pilotprojekten und schafft die Grundlage, künftig belastbare Business Cases zu entwickeln, die die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft weiter voranbringen.
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