Technology Intelligence: Technologiefrüherkennung in dynamischen Märkten
23.04.2026
Zielsetzung und Vorgehensweise
Ziel des Workshops war es, Akteure der Automobilindustrie für die Relevanz von Technology Intelligence (TI) zu sensibilisieren. Die hohe Bedeutung für die Branche ergibt sich dabei aus den vielfältigen technologischen Transformationsprozessen, wie dem Wandel der Antriebstechnologien, der Entwicklung neuer Sensor- und Erkennungstechnologien für autonomes Fahren sowie dem Aufkommen innovativer Produktionstechnologien, wodurch auch innerbetriebliche Prozesse disruptiv verändert werden können.
Der erste Vortrag gliederte sich in drei Teile. Zunächst wurden die theoretischen Grundlagen der TI sowie der vierstufige TI-Prozess vorgestellt:
- Festlegung des technologischen Informationsbedarfs
- Beschaffung der relevanten Informationen
- Bewertung der Informationen
- Kommunikation der selektierten Informationen an die jeweiligen Bedarfsträger
Anschließend wurde dieser Prozess anhand eines praxisnahen Beispiels veranschaulicht. Im Fokus stand die Konzeption und Entwicklung eines Technologie-Radars bzw. einer Technologiedatenbank für die Automobilindustrie im Rahmen des TrendAuto2030plus-Netzwerks.
Abschließend wurden zentrale „Lessons Learned“ präsentiert und in Form von Handlungsempfehlungen für Praxisakteure aufbereitet.
Im zweiten Vortrag wurde Technology Intelligence im Kontext der aktuell stark diskutierten und zunehmend relevanten Künstlichen Intelligenz (KI) betrachtet. Nach einer Einführung in verschiedene KI-Tools zur Unterstützung der TI wurde erneut der vierstufige TI-Prozess als strukturierender Rahmen genutzt: Für jeden Prozessschritt wurden dabei sowohl die Potenziale als auch die Limitationen des KI-Einsatzes aufgezeigt. Ergänzend wurden zwei Quick-Checks vorgestellt, die insbesondere Vertreter produzierender Unternehmen
bei der praktischen Umsetzung unterstützen sollen.
Präsentation: Technology Intelligence
Ergebnisse und Ausblick
Die im Workshop vorgestellten Quick-Checks zielten darauf ab, Akteure der Automobilindustrie dabei zu unterstützen, ihren aktuellen Ist-Zustand im Kontext der Technology Intelligence (TI) zu reflektieren sowie potenzielle Handlungsbedarfe zu identifizieren.
Der erste Quick-Check basierte auf einem morphologischen Kasten und verdeutlichte zentrale Stellhebel der TI. Unternehmensvertreter können mithilfe dieses Instruments systematisch bewerten, welche TI- Gestaltungselemente im eigenen Unternehmen bereits berücksichtigt werden und in welchen Bereichen bislang noch keine oder eine nur unzureichende Auseinandersetzung erfolgt ist.
Der zweite Quick-Check diente der Einschätzung, ob die unternehmensinterne TI-Praxis in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen TI-Notwendigkeit steht. Hierzu werden anhand definierter Kriterien zunächst die organisatorische TI-Reife und anschließend die unternehmensspezifischen TI-Bedarfe bestimmt. Letztere ergeben sich bspw. aus einer hohen branchenspezifischen Veränderungsdynamik oder aus Substitutionsrisiken der eigenen Schlüsseltechnologien durch neu aufkommende Technologien. Wird festgestellt, dass die TI-Reife deutlich hinter der TI-Notwendigkeit zurückbleibt, deutet dies auf eine kritische Vernachlässigung der TI hin und macht die Einleitung gezielter Maßnahmen erforderlich.
Sollten Sie feststellen, dass die Technology Intelligence in Ihrem Unternehmen bislang nicht ausreichend entwickelt ist oder signifikante Defizite bestehen, steht Ihnen das TrendAuto-Netzwerk mit gezielter Unterstützung gerne zur Verfügung. Hierzu zählen bspw. die Konzeption eines unternehmensindividuellen TI-Systems, die Anwendung geeigneter TI-Tools sowie die Umsetzung weiterführender Maßnahmen im Bereich der Technologiebewertung und -planung.
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