„Personalmanagement im Mittelstand” – Auf dem Weg von der administrativen Unterstützung zum strategischen Wertschöpfungspartner im Unternehmen
27.04.2026
Zielsetzung
Am 27. April 2026 fand an der TH Köln in Mülheim der sechste Workshop des HR Learning Circle im Rahmen des Verbundprojekts TrendAuto2030plus in Kooperation mit Kölnmetall statt. Unter dem Titel „Auf dem Weg von der administrativen Unterstützung zum strategischen Wertschöpfungspartner im Unternehmen” kamen Personalentwicklerinnen und Personalentwickler zusammen, um gemeinsam aktuelle Herausforderungen zu reflektieren und konkrete Vorhaben für ihre Praxis mitzunehmen. Zur Vorbereitung waren die Teilnehmenden eingeladen worden, an der Studie „HR-Radar KMU” teilzunehmen, die eine Standortbestimmung sowie einen Benchmark mit anderen Unternehmen ermöglichen sollte. Verwiesen wurde außerdem auf die Dokumentationen und Präsentationen vergangener Workshops der Reihe „Dem Qualifizierungsbedarf auf der Spur”, die ebenso hier auf der TrendAuto2030plus-Website zugänglich sind.
Vorstellungsrunde
Den Auftakt des Tages bildete eine kurze Gesprächsrunde, bei dem sich die Teilnehmenden in wechselnden Zweiergesprächen zu ihren typischen HR-Aufgaben, den Strukturen ihrer Unternehmen sowie aktuellen Umbrüchen und Transformationsprozessen austauschten. Die Rückmeldungen aus diesen Gesprächen offenbarten ein breites Spektrum an Herausforderungen: Change-Management und sozialverträglicher Personalabbau standen ebenso im Fokus wie Digitalisierung, die Steuerung globaler Systeme, dynamisches Unternehmenswachstum und die Frage nach dem strategisch sinnvollen Einsatz von KI. Ein wiederkehrendes Thema war die strategische Kommunikation – das „Was” der HR-Strategie sei häufig klar, das „Wie” hingegen nicht. Besonders beschäftigte viele Teilnehmende die Frage, wie Personalarbeit im Unternehmen sichtbarer gemacht werden kann, während gleichzeitig fehlende Kapazitäten für Transformationsaufgaben angemerkt wurden. Einige berichteten von tiefgreifenden Einschnitten in ihren Organisationen, andere wiederum waren überrascht, dass ihre Organisation laut Studienauswertung überdurchschnittlich gut abschnitt – trotz des subjektiven Eindrucks, hinterherzuhinken.









Im Anschluss stellte Prof. Dr. Carsten Knaut von der TH Köln zentrale Erkenntnisse der Studie „HR-Radar KMU” vor und beleuchtete damit verbundene Erfolgsfaktoren für die Gestaltung moderner Personalarbeit. Knaut, der seinen fachlichen Hintergrund in der IT hat und von dort die Verbindung zu Automatisierung, Effizienz sowie Arbeits- und Organisationspsychologie zieht, gestaltete seinen Input interaktiv und praxisnah: mit wenigen Folien und viel Raum für persönlichen Austausch und gemeinsames Erarbeiten. Im Mittelpunkt stand das Spannungsfeld, in dem Personalabteilungen täglich agieren: zwischen den Zielen der Organisation und den Bedürfnissen der einzelnen Mitarbeitenden, aber auch zwischen dem eigenen fachlichen Anspruch und den tatsächlich verfügbaren Ressourcen innerhalb der HR-Abteilung selbst. Hierzu wurde angeregt, die richtigen Prioritäten zu setzen, um sichtbarer zu werden.
HR-Radar KMU-Studie: Ergebnisbericht
Besonders prägnant waren einige der vorgestellten Ergebnisse der Studie: Laut der empirischen Studie „HR-Radar KMU” nutzen zwischen 50 und 80 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen Künstliche Intelligenz in keinem der 17 untersuchten HR-Handlungsfelder, obwohl KI-gestützte Systeme bei administrativen Aufgaben nachweislich effizienter und präziser arbeiten als Menschen. Knaut betonte dabei, dass es nicht um ein einzelnes Tool als Allheilmittel gehe, sondern um eine grundsätzliche Haltung: die Bereitschaft, technische Lösungen aktiv zu erschließen und deren Funktionsweise zu durchdringen. Konkret könne KI genutzt werden, um administrative Prozesse zu automatisieren – etwa standardisierbare Elemente von Arbeitszeugnissen – und so Kapazitäten für jene Aufgaben freizusetzen, die individuelle menschliche Urteilsfähigkeit erfordern.
In der anschließenden Diskussion thematisierten die Teilnehmenden unter anderem, wie HR-Impulse die Geschäftsführung erreichen und wie träge Entscheidungsstrukturen überwunden werden können. Knaut empfahl, weniger auf vollständige Überzeugungsarbeit im Vorfeld zu setzen – wer Effizienzgewinne sichtbar mache und Veränderungen niedrigschwellig gestalte, werde zum eigentlichen Treiber des Wandels.
Transfer und Ausblick
Den Abschluss bildete eine Peer-Consulting-Phase, in der die Teilnehmenden in drei selbst gewählten Gruppen zu konkreten Themen arbeiteten: dem BEM-Prozess („Betriebliches Eingliederungsmanagement“) und wie dabei Veränderungen strukturiert vorangetrieben werden können, dem Einsatz von KI innerhalb der Personalarbeit sowie der zukünftigen Rolle von HR nach weitreichender KI-Integration. Jede Gruppe identifizierte gemeinsam zentrale Herausforderungen und mögliche Maßnahmen, die anschließend im Plenum präsentiert wurden. Damit schloss ein Workshop, der nicht nur durch konkrete Beispiele und Studienergebnisse Orientierung bot, sondern auch den kollegialen Austausch zwischen Fachleuten stärkte, die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen.
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