Web3

Web 3.0: Eine Chance für Unternehmen?

Trendauto2030plus bei der Web3 Convention der Digitalen Woche Rhein-Erft

Trends im Kontext der Blockchain-Technologie sind immer häufiger Thema in den Medien. Besonders polarisieren etwa Kryptowährungen und NFTs. Großes Potential für Unternehmen liegt aber beispielsweise auch im Web 3.0. Doch was ist das überhaupt? Unser Besuch bei der Web3- Convention im Blockchain Reallabor des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) brachte Licht ins Dunkle.

Die Web3-Convention im Blockchain Reallabor

TrendAuto2030plus war am Mittwoch, den 6. September 2023, zu Gast in Hürth bei der Web3-Convention im Blockchain Reallabor des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT. Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnete die Convention mit einer Videobotschaft. In ihrer Rede betonte sie die Bedeutung von Web3 für den Industriestandort NRW. Blockchain und Web3 seien wichtige Mittel zur Erzielung einer sicheren, transparenten und fairen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden. VertreterInnen unterschiedlichster Wirtschaftssektoren waren vor Ort. Es gab ein buntes Programm beginnend mit Grundlagen-Workshops zu Blockchain, Web3 und NFTs bis hin zu fortgeschrittenen Themen am Nachmittag. In den Pausen konnten sich die Teilnehmenden austauschen. Wer Interesse hatte, konnte sich außerdem die im Reallabor ausgestellten Projekte anschauen. So gab es etwa die Möglichkeit, sich ein „MetaMask“-Wallet zu eröffnen und seinen ersten, seriösen NFT zu erhalten oder sich ein durch AR in die Halle projiziertes Modell einer Stadt anzuschauen.

Web 3.0: Eine neue Version des Internets?

Web 3.0 oder einfach Web3 ist ein Konzept, das für eine neue Ära des Internets steht. Es basiert auf der Blockchain-Technologie, einer dezentral organisierten Datenbank, die Transparenz und Sicherheit gewährleistet. Im Gegensatz zum bisherigen Web, das von zentralen Organisationen kontrolliert wird, strebt Web3 nach Dezentralisierung und Nutzerzentriertheit. Das Ziel ist also, die Abhängigkeit von Nutzenden gegenüber großen Technologiekonzernen, Banken und anderen zentralisierten Anbietern zu nehmen. Für Unternehmen bietet Web3 damit viele Vorteile. So gewährleistet die Dokumentation von Transaktionen auf der Blockchain mehr Transparenz. Dies kann zu sichereren, schnelleren und effizienteren Geschäftsprozessen führen. Außerdem können Unternehmen dadurch Kosten und Zeit sparen, da bei den direkten B2B-Transaktionen kein neutraler Vermittler, wie beispielsweise eine Bank, mehr nötig ist. 

Inwiefern können Unternehmen von Web3 profitieren?

smart contractRoman Stammes, Co-Gründer der Web3 Consulting-Firma SOLV3, führte in seinem Impuls-Vortrag einige wegweisende Web3-Pilotprojekte im deutschen Wirtschaftsraum aus. So berichtete er von der Kooperation zwischen Siemens, der Commerzbank und dem Reifenhersteller Continental. Siemens führte eine Transaktion in Höhe von 100.000 Euro an Continental auf rein digitalem Wege durch. Die Commerzbank lieferte die hierfür benötigte Plattform auf Basis der Blockchain. Die gesamte Transaktion erfolgte rechtsverbindlich. Vorteil auch hier: beide Unternehmen haben direkt miteinander interagiert – ohne Zwischenpartei. Es mussten also keine Bankangestellten der Commerzbank für die Transaktion an sich hinzugezogen werden. Die Blockchain gewährleistete eine zuverlässige Verifikation und hohe Sicherheit durch Mathematik und Computing. Und: Das Geschäft dauerte nur Minuten statt Tage, wie es auf konventionellem Wege üblich wäre. Laut Stammes sei die Kopplung einer Plattform, wie sie die Commerzbank im Beispiel bereitstellte, an sogenannte Smart Contracts besonders interessant für Unternehmen. Smart Contacts sind digitale Verträge, die in der Blockchain gespeichert sind und automatisch ausgeführt werden, sobald eine vordefinierte Bedingung erfüllt ist. Das kann in der Praxis wie folgt aussehen: direkt nach Erbringung der Leistung eines Unternehmens wird diese angerechnet, von der Plattform erkannt und durch einen Smart Contract automatisch finanziell verbucht. Der Leistungserbringer erhält sein Geld ohne Wartezeit. Das Geschäft ist für alle Beteiligten risikoarm, schnell und simpel. Die Plattformen als Grundlage für Smart Contracts gibt es bereits und sie warten nur darauf, von Unternehmen großflächig eingesetzt zu werden.

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